Der 5. Spieltag begann bereits mit negativen Vorzeichen: bei unserer Ankunft in Bad Mergentheim zeigte das Thermometer -10 °C an und der Spielsaal war noch nicht vollständig geheizt. Ein Grund mehr, mit hitzigen Varianten etwas Feuer aufs Brett zu bringen, dachten wir uns. Dennoch sollten die eisigen Temperaturen kein gutes Omen sein.

Das erste Ergebnis nach knapp einer Stunde war jedoch harmlos: Manuel Günnigmann (1) bekam nach 11 Zügen ein Remisangebot und nahm es nach kurzem Überdenken an. In der ausgeglichenen Variante (die beide vor zwei Jahren in derselben Konstellation schon auf dem Brett hatten) wäre ohnehin nur schwer ein Vorteil zu erzielen gewesen.

Im Gegensatz dazu war beim zweiten Remis alles offen: Die Figuren bei Matthias Ohm (7) standen im Zentrum unter maximaler Spannung, beide Seiten bereiteten sich auf einen großen Schlagabtausch vor. Dann traute sich jedoch keiner, den ersten Schritt zu machen und es wurde sich auf Remis geeinigt – zu Recht, wie sich in der Analyse zeigte: wer zuerst die Spannung aufgelöst hätte, wäre im Nachteil gewesen.

Bernd Schulenburg (3) spielte eine wilde Partie: in einer chaotischen Eröffnung mit beiden Königen in der Mitte konnte er zunächst einen Bauern gewinnen. Als Preis dafür musste er aber den gegnerischen Monarchen entfliehen lassen. Die anschließende Hetzjagd auf Bernds König war genug Kompensation und kurz darauf mussten wir unsere erste Null eintragen.

Die Partie von Christian Dornblüth (6) war dagegen positioneller Natur. Seine Gegnerin (die nur eingesprungen war und nach Aussage des Mannschaftsführers sonst immer mit Schwarz spielt), spielte die Eröffnung sehr zaghaft und ließ Christian eine angenehme Stellung erreichen. Nach der Abwicklung ins Endspiel hätte es an einer Stelle die Möglichkeit zu schwarzem Vorteil gegeben (bei trotzdem schwieriger Stellung), letztendlich wurde die Partie ohne größere Aufregung remis gegeben.

Florian Hennemann (4) ließ sich im Mittelspiel seinen Läufer einsperren und hatte die ganze Partie mit einer gedrückten Stellung zu kämpfen. Der Gegenschlag am Damenflügel war am Ende nicht ausreichend und seinem Gegner gelang es, taktisch eine Figur zu gewinnen. Die Verwertung war dann nur noch eine Frage der Zeit.

Lauritz Jansen (2) wurde mit einer unorthodoxen Eröffnung konfrontiert, bekam in der Folge aber eine positionell vorteilhafte Stellung. Der Entwicklungsvorsprung und eine halboffene Linie sorgten folgerichtig für einen gewonnen Bauern. In der Abwicklung spielte er jedoch an der falschen Stelle zu schnell – und erreichte statt eines gewonnenen Endspiels ein ausgeglichenes, das einen weiteren schlechten Zug später verloren war. Ein Aussetzer kurz vor der Zeitkontrolle machte dann auch keinen Unterschied mehr.

Zu diesem Zeitpunkt hatten wir bereits verloren, die beiden restlichen Partien kämpften nur für Ergebniskosmetik.

Bernd Zieger (8) hatte mit Schwarz im Mittelspiel eine druckvolle Stellung gegen einen Isolani und strategischen Vorteil. Mit einen Zwischenzug gelang es Weiß aber, diesen Isolani in ein gefährlichen Freibauer umzuwandeln, der Bernd fortan beschäftigte. Der Versuch, einen Konterangriff gegen den weißen König zu starten, ging nach hinten los und Bernd eigener schwacher König zwang ihn nach knapp 5 Stunden zur Aufgabe.

Die wahrscheinlich aufregendste Partie des Tages spielte Thomas Vogt (5). Nach einem starken Königsangriff gegen Thomas zauberte sein Gegner ein Damenopfer aufs Brett, dass Weiß wegen eines Matts im Zentrum nicht annehmen konnte. Dem weißen König blieb nur die Flucht unter Materialeinsatz. Dennoch gelang es Thomas, diesen Ansturm zu überleben. Später konnte sein Gegner die Dame in zweites Mal opfern, diesmal gegen einiges an Material. Den vielen aktiven schwarzen Figuren war die weiße Dame nicht gewachsen, und irgendwann konnte Schwarz sie unter Abwicklung in ein gewonnenes Endspiel zurückgewinnen. Thomas kämpfte noch lange das verlorene Springerendspiel, musste sich nach fast 6 Stunden aber geschlagen geben.

Der ohnehin lange Spieltag (neben der Spieldauer kamen noch 2x 90 Minuten Fahrtzeit dazu) endete somit aus unserer Sicht mit einer ärgerlich hohen Niederlage. Natürlich war Bad Mergentheim nominell stärker, aber so hoch hätte es nicht ausfallen müssen. Dennoch ist noch alles drin und im nächsten Spiel Mitte Februar unternehmen wir den nächsten Versuch auf einen Mannschaftssieg.

Während Heidelberg II leider eine noch höhere Niederlage hinnehmen musste, konnten erfreulicherweise die dritte, vierte und sechste Mannschaft gewinnen, während Heidelberg V unentschieden spielte.

(30.12.2023, Benjamin Graf)
 
Am zweiten Weihnachtstag hieß es für uns, die Koffer zu packen, denn es ging nach Magdeburg zu den Deutschen Vereinsmeisterschaften U10. Durch den Sieg bei der Badischen U10-Mannschaftsmeisterschaft im September waren wir für dieses hochkarätige Turnier qualifiziert.
 
Völlig ohne Erwartungen haben wir die Reise nach Magdeburg angetreten. So waren wir nach DWZ-Schnitt von 40 Mannschaften auf 19 gesetzt und stellten die zweitjüngste Mannschaft im Turnier. Im Detail sah unsere Aufstellung wie folgt aus:
 
Brett 1: Wolf (9 Jahre, 1232 DWZ)
Brett 2: Tom (7 Jahre, 1206 DWZ)
Brett 3: Mark (8 Jahre, 1015 DWZ)
Brett 4: Theo (8 Jahre, 1019 DWZ)
 
Gespielt wurden 7 Runden Schweizer System mit 55 Min. + 5 Sek. Bedenkzeit an drei Turniertagen. In den einzelnen Runden lief es für uns wie folgt:
 
1. ​Runde: 4-0 gegen fuß brothers Jena
Da wir gerade noch so in der ersten Hälfte gesetzt waren, wartete in der ersten Runde keiner der harten Brocken auf uns und unsere Jungs gewannen die erste Runde souverän.
 
2. Runde: 3-1 gegen Roter Turm Halle
Wolf kassierte am ersten Brett gegen einen 1500er zwar eine Niederlage aber die anderen Bretter konnten wir für uns entscheiden. Somit beendeten wir den ersten Turniertag optimal mit 4-0 Mannschaftspunkten.
 
3. Runde: 2,5-1,5 gegen Barnimer SF
Auch im dritten Spiel hintereinander gegen eine Mannschaft aus dem Osten der Republik behielten wir die Oberhand. Tom und Mark holten die Siege, Theo das Remis.
 
4. Runde: 0-4 gegen SF Brackel
Der spätere Deutsche Vizemeister aus Dortmund war uns an allen Brettern klar überlegen und es gab für unsere Jungs außer eine Lehrstunde nichts zu holen.
 
5. Runde: 2,5-1,5 gegen MSA Zugzwang
Wolf, der abgesehen von der ersten Runde in jedem Spiel gegen einen Gegner mit einer höheren als der eigenen DWZ antreten musste, holt gegen die Mannschaft aus München den wichtigen vollen Punkt am ersten Brett. Tom muss sich am zweiten Brett geschlagen geben, Mark holt das Remis. Theo erlangt am vierten Brett eine Gewinnstellung und kann diese verwerten. Toller Abschluss des zweiten Turniertages!
 
6. Runde: 1-3 gegen Karlsruher SF
Zwar gingen wir durch einen Sieg von Theo an Brett 4 in Führung, aber leider gingen die Partien an den Brettern 1 bis 3 für uns verloren. Schade, denn gegen die Nachbarn aus Baden hätten wir natürlich gerne einen Mannschaftspunkt geholt.
 
7. Runde: 0,5-3,5 gegen SK Bad Homburg
In der 7. Runde bekamen wir noch einmal einen starken Gegner zugelost, der uns DWZ- und altersmäßig überlegen war. Wolf erkämpft sich noch einen wohlverdienten halben Punkt, alle anderen müssen sich geschlagen geben.
 
Also am Ende hieß es: 8-6 Mannschaftspunkte und Platz 14. Ein tolles Ergebnis für unsere junge Truppe, die alle gut gepunktet und alles für die Mannschaft gegeben haben! Das Turnier war exzellent organisiert, so wie es sich für eine Deutsche Meisterschaft gehört. Detaillierte Ergebnisse sowie alle Partien können hier abgerufen werden: DVM U10, 27. – 29.12.2023 (Deutsche Schachjugend) (deutsche-schachjugend.de)
 
 
 
 

Am 4. Spieltag stand ein Heimspiel gegen Eppingen II auf dem Plan, die als Tabellenerster gegen uns klar favorisiert waren.

Als erstes war unser Kapitän Christian Dornblüth (6) nach knapp zweieinhalb Stunden fertig: in einer ausgeglichenen Holländischen Partie mit beidseitigen Möglichkeiten wurde ein friedliches Remis vereinbart, bevor die Stellung gefährlich wurde.

René Steinbrügge (4) war nach der Eröffnung in einem vermeintlich ruhigen Mittelspiel angekommen, als plötzlich Dame und Springer des Schwarzen am Königsflügel auftauchten. Kurz darauf ließ sich das Matt nur noch durch ein Damenopfer verhindern, welches ein paar Züge später zur Aufgabe führte.

Am Spitzenbrett war Manuel Günnigmann (1) nach der Eröffnung in eine passive Stellung geraten, die Weiß in ein Endspiel mit einem gefährlich aussehenden Freibauern abwickelte. Aber Manuel verteidigte sich trotz wenig Zeit umsichtig und konnte durch rechtzeitiges Gegenspiel im Zentrum in ein ausgeglichenes Turmendspiel abwickeln.

Bald darauf begann der Kampf zugunsten der Eppinger zu kippen: Bernd Schulenburg (2) hatte mit Weiß im Mittelspiel den für Sizilianer typischen Raumvorteil. Schwarz konnte jedoch durch geschicktes Spiel im richtigen Zeitpunkt im Zentrum durchbrechen und über die offene d-Linie in die Stellung eindringen. Nach einem kurzen taktischen Gemetzel stand Bernd mit Minusfigur in einem hoffnungslosen Endspiel und gab auf.

Nur wenige Minuten später musste auch Florian Hennemann (3) die Segel streichen. In einer königsindischen Struktur hatte er mit Schwarz zwar einen chancenreichen Angriff gegen den weißen König vorbereitet. Dieser war allerdings harmloser als er aussah, während Weiß über die Mitte genug Gegenspiel bekam und kurz darauf vernichtend mit Dame und Springer in die schwarze Königsstellung eindrang.

Zu diesem Zeitpunkt stand es schon 4 zu 1 gegen uns, daher waren die Hoffnungen eher gering. Dennoch ging der nächste Punkt nach Heidelberg, und erneut steuerte Bernd Zieger (8) unseren Ehrenpunkt bei. In einem wilden Sizilianer (übrigens der vierte des Wettkampfs) mit entgegengesetzten Rochaden hatte Bernds Gegner längere Zeit die Oberhand. Eine kurze Unachtsamkeit in Zeitnot ließ jedoch weißes Gegenspiel zu und ein Turmeinsteller zwei Züge später beendete die Partie.

Stéphane Vezina (7) erlebte eine zunächst positionelle Partie, die plötzlich sehr taktisch und unübersichtlich wurde. Nach theoretischen Gewinnmöglichkeiten auf beiden Seiten ergab sich für Stéphane eine Stellung mit Springer + 2 Bauern gegen Turm. In der Folge tauschten sich immer mehr Bauern ab, sodass sich beide auf Remis einigten.

Die letzte Partie des Kampfes wurde positionell entschieden. Thomas Vogt (5) gelangte aus seiner Caro-Kann-Eröffnung in eine leicht passive, aber dennoch ausgeglichene Stellung. Beide Seiten hatten bis ins Endspiel Schwierigkeiten Fortschritte zu machen, bis eine leichte Unachtsamkeit den Tausch des letzten Turmes zuließ. Im folgenden Endspiel war der aktive weiße Springer dem schwarzen Läufer überlegen und nachdem er wichtige Bauern verlor, musste Thomas aufgeben.

Die Eppinger wurden ihrer Favoritenrolle gerecht und haben verdient gewonnen, während wir weiterhin auf den ersten Sieg warten. Das nächste Spiel im Januar gegen Bad Mergentheim (aktuell Tabellenzweiter) wird leider wahrscheinlich nicht einfacher…

Am 06.10. machten sich nach Feierabend fünf Schachfreunde aus Heidelberg auf den Weg nach St. Leon-Rot. Neben der Möglichkeit, sich über einen der drei möglichen Plätze für die Badischen Blitzeinzelmeisterschaften zu qualifizieren, sollte hauptsächlich der Spaß an einem Blitzturnier zum Wochenendbeginn im Vordergrund stehen.

Da in den vergangenen Jahren teilweise hochkarätige Titelträger teilgenommen hatten, waren wir etwas überrascht zu sehen, dass wir die Plätze 2-6 auf der (nach Elo sortierten) Rangliste belegten. Nur der Eppinger FM Veaceslav Cofmann war vor uns gesetzt. Neben den ausrichtenden SF Rot (ebenfalls 5 Teilnehmer) stellten wir zudem die größte Gruppe.

Das Turnier wurde als 13-rundiges Turnier gespielt, was bei 15 Teilnehmern dafür sorgte, dass alle Spieler bis auf zwei spielfrei bekommen würden. Dies führte am Ende auch zu einer leichten Verzerrung des Ergebnisses.

Die Partien sind leider nicht für die Nachwelt festgehalten und durch die vielen und schnell gespielten Runden ist inhaltlich nicht viel hängen geblieben.

Insgesamt lief es für uns aber ziemlich gut. Obwohl wir uns gegenseitig Punkte wegnahmen, liefen die restlichen Partien im Durchschnitt sehr gut. Im Laufe des Turniers gelang es sowohl Lauritz als auch Christopher, gegen den erstgesetzten Veaceslav Cofmann zu gewinnen und sich somit an die Spitze zu setzen.

Lauritz konnte das folgende interne Duell gegen Christopher knapp entscheiden. Überhaupt hatte er einen guten Tag erwischt und konnte auch alle restlichen Partien gewinnen, sodass er das Turnier letztendlich mit 13/13 als Sieger abschloss.

Christopher musste noch eine weitere Niederlage gegen Vereinskollege Manuel hinnehmen und war bis zum Ende immer punktgleich mit Veaceslav Cofmann. Hier kam die eingangs erwähnte Verzerrung zum Tragen: Aufgrund seiner niedrigeren Wertung bekam Christopher die letzte Runde spielfrei, was dazu führte, dass ihm eine pauschale Buchholz von 6,5 Punkten zugerechnet wurde (Hälfte der möglichen Punkte). Dadurch wurde er am Ende mit 11/13 nach Feinwertung Zweiter und durfte sich über ein höheres Preisgeld und einen Quali-Platz freuen.

Manuel und Bernd spielten ebenfalls ein gutes Turnier und befanden sich am Ende mit 10/13 bzw. 9/13 auf den vierten und fünften Platz. Auch ein Preisgeld gab es noch, für die Quali-Plätze reichte es leider knapp nicht. Aber die Teilnahme an der Badischen über einen Freiplatz ist eventuell immer noch möglich.

Christian musste in einem durchwachsenen Turnier ab und zu Niederlagen einstecken und fand sich am Ende mit soliden 5,5/13 auf dem 10. Platz.

Im Ergebnis war das Turnier mit 4 von 5 Podestplätzen ein voller Erfolg für uns. Hervorzuheben sei noch die gute Organisation der Schachfreunde Rot, die für ein angenehmes und reibungsloses Turnier sorgte. Vielen Dank dafür!


Die Plätze 1 – 5 sowie der beste Jugendspieler.                                                               Bild: C. Dornblüth


 

 

Am 17.11. folgte die Bezirksblitzmannschaftsmeisterschaft, erneut in St. Leon-Rot. Die SF Heidelberg traten mit einer Vierermannschaft an (bestehend aus Manuel, Lauritz, Christopher und Roman), ebenfalls mit dem Ziel sich für die Badische Meisterschaft zu qualifizieren.

Das Teilnehmerfeld bestand aus 5 Mannschaften; neben uns traten Rot I und Rot II sowie je eine Mannschaft aus Sandhausen und Steinfurt an. Dies mag nach wenig klingen, im Vergleich zum Vorjahr (nur Rot I und II) konnte jedoch ein richtiges doppelrundiges Turnier gespielt werden.